Viele Menschen verbringen untertags Zeit zu Hause.
Ob im Homeoffice, bei der Kinderbetreuung, in der Pension, als Schichtarbeiter*innen, oder aber auch natürlich am Wochenende. Das müssen wir bei der Planung von Sonnenschutzsystemen stärker als bisher berücksichtigen!
Damit wir uns an heißen Tagen vor der Sonne schützen können und eine gute Aufenthaltsqualität in unseren Innenräumen haben, muss ein Sonnenschutzsystem mehr können, als nur zu beschatten.
3 wichtige Qualitäten, die ein gutes Sonnenschutzsystem zusätzlich erfüllen sollte:
1. Den Tageslichteintrag ermöglichen.
Wir brauchen für eine gute Wohnqualität einen angemessenen Tageslichteintrag in unseren Räumen. Ansonsten sitzen wir sprichwörtlich im Dunkeln.
Ein Tag krank zu Hause oder im Homeoffice wird da bereits richtig unangenehm und schlägt sich aufs Gemüt. Dass lässt den Stresspegel und die Gereiztheit direkt proportional mit der Dauer der Sonnentage steigen. Konflikte haben damit Hochsaison, nicht alleine wegen der hohen Temperaturen.
Ein außenliegender Sonnenschutz mit regulierbaren Lamellen ist ideal. So kann gewährleistet werden, dass die Sonnenstrahlen nicht auf die Glasflächen treffen und trotzdem genügend Tageslicht in die Räume fällt.
2. Den Sichtbezug nach außen sicherstellen.
Flächig schließende Sonnenschutzelemente, wie Rolläden und Textilscreens, verhindern Sichtbeziehungen ins Wohnumfeld. Das hat zwei wesentliche Nachteile.
Zum einen isoliert das die Bewohner*innen sensorisch und sozial von ihrem Umfeld. Man wird vom umgebenden Raum und der Nachbarschaft effektiv abgeschirmt. Das kann bestehende Isolationsgefühle verstärken. Am Fenster lehnen und das Geschehen draußen zu beobachten geht nicht mehr.
Zweitens führen flächig geschlossene Sonnenschutzsysteme dazu, dass die Fassaden von Passant*innen als anonymer empfunden werden. Es kann also auch vom Außenraum kein Sichtbezug zu den Bewohner*innen hergestellt werden. Das kann in wenig frequentierten öffentlichen Räumen das Sicherheitsempfinden negativ beeinträchtigen, da die kollektive soziale Kontrolle aus den umliegenden Fenstern nicht mehr gewährleistet ist.
Auch hier können Sonnenschutzsysteme mit verstellbaren Lamellen gute Dienste leisten und den Sicht- und Rufbezug trotz sehr guter Sonnenschutzfunktion erhalten.
3. Die Selbstregulation ermöglichen.
Fix montierte Sonnenschutzsysteme (mitunter unmittelbar vor den Fenstern) nehmen Bewohner*innen zwar das Mitdenken ab und können ein attraktives gestalterisches Element sein, sie ermöglichen aber keine autonome Regulation der Sonneneinstrahlung durch die Bewohner*innen.
Man ist also mit einer Situation konfrontiert, in der der eigene visuelle und sensorische Komfort nicht aktiv beeinflusst werden kann.
Das kann die Wohnzufriedenheit auf Dauer stark beeinträchtigen, da die Möglichkeit zur selbständigen Regulation ein wichtiges Bedürfnis im eigenen Kernlebensraum darstellt.
Abschließend möchte ich einen Punkt erwähnen, der mir immer wieder auffällt.
Bewohner*innen ist oft nicht bewusst, dass ein wirksamer Sonnenschutz dadurch sichergestellt ist, dass die Sonneneinstrahlung von den Glasflächen ferngehalten wird.
Im Glauben, die Innenräume bestmöglich kühl zu halten, werden selbst Lamellensysteme, wie Raffstores, oft komplett dicht gemacht. Mit all den zuvor erwähnten Nachteilen.
Bewohner*innen brauchen hier mitunter Unterstützung in Form einer Bedienungsanleitung oder einer Einschulung. Denn wer ein gutes System hat und es nicht optimal bedienen kann, verringert unnötig den eigenen Wohnkomfort, und damit die eigene Wohnzufriedenheit.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen Sonnenschutz, der Ihre Wohnqualität auf vielfältiger Ebene unterstützt, um gut durch unsere heißen Sommermonate zu kommen.
Herzliche Grüße,
Andrea Eggenbauer
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