Darf ich vorstellen: Publicolor.
Eine Non-Profit-Organisation, die mit Farbe nicht nur Räume, sondern auch das Leben junger Menschen verändert!
„Farbe hat große Macht. Sie kann uns mit Energie, Hoffnung, Inspiration und Freude erfüllen.“
Das sagt die Gründerin von Publicolor, Ruth Lande Shuman.
Ihre Organisation verwandelt seit über 30 Jahren graue Schulhöfe, Gemeinschaftseinrichtungen und öffentliche Räume in New York mit leuchtenden Farben in Orte der Freude und der Begegnung.
Aber nicht nur das. Publicolor leistet mit ihren Programmen wichtige Kinder- und Jugendarbeit. Sie hilft jungen Menschen, die vor großen Herausforderungen stehen, durch die Schule zu kommen und ihren eigenen Platz in der Gesellschaft zu finden.
Die Organisation unterstützt ihre Schützlinge vor allem dabei, ihr eigenes Potential zu erkennen. Das alles mit der Hilfe von Farbe. Als Arbeitsmaterial und als Träger einer Botschaft. Nämlich: du kannst etwas bewirken!
Publicolor hat mit diesem Konzept große Erfolge. Auf räumlicher, aber vor allem auf gesellschaftlicher Ebene.
Was mir daran besonders gut gefällt, ist die Einfachheit des gewählten Mittels, um ihre Anliegen voranzubringen und triste Orte schnell, einfach und günstig zu verbessern. Farbe!

Bild: ©Publicolor
Farbe als Gestaltungsmittel.
Wir spüren es intuitiv. Und wir wissen es aus zahlreichen Studien:
Farbe ist wichtig für unser Wohlbefinden. Farbe erzeugt Emotionen.
Zu graue und monotone Umwelten wirken sich negativ auf unsere Stimmung aus. Sie können Gefühle von Niedergeschlagenheit verstärken. Monotone Umwelten können bei längerem Aufenthalt sogar den Stresspegel erhöhen, und Gereiztheit und Aggression fördern.
Auch unser Sicherheitsempfinden leidet darunter. Sensorisch reizarme, wenig attraktive Umwelten werden als insgesamt unsicherer wahrgenommen und deshalb eher gemieden.
Ein weiterer interessanter Aspekt: auch unsere Kontakt- und Kommunikationsbereitschaft sinkt in einer zu monotonen, tristen Umgebung.
In der Gastronomie ist das bekannt. Hier wird eine angenehme, sensorisch reichhaltige Atmosphäre gerne eingesetzt, damit sich die Gäste länger im Lokal aufhalten und mehr konsumieren. Stimmige, angenehme Farbwelten spielen dabei eine wichtige Rolle.
Mehr Farbe braucht das Land.
Die Farbpalette und die Muster von Publicolor sind für die meisten unserer Gestaltungsaufgaben im Wohnbau total unpassend.
Die Arbeit des Vereins ist trotzdem eine tolle Inspiration, der Farbe den ihr gebührenden Stellenwert in der Wohnbau- und Quartiersgestaltung einzuräumen.
Denn viel zu häufig begegnen mir Projekte, in denen kaum Farbe eingesetzt wird.
Die Farbpalette Weiß – Grau – Anthrazit scheint auf den ersten Blick für viele Planer*innen immer noch die sichere Wahl zu sein. Sie ist aber auch die Entscheidung für ein Farbschema, dass kühl und unnahbar ist. Und unendlich langweilig!
Atmosphäre fördert Wohnzufriedenheit.
Mit guter Farbgestaltung lassen sich nicht nur im Neubau Atmosphären gestalten, die Nachbarschaft und Kommunikation unterstützen. Auch im Bestand können mit dem richtigen Farbeinsatz bestehende Defizite abgemildert werden.
Das gilt besonders für Bereiche, in denen das Sicherheitsempfinden gering ist. Eine kluge Gestaltung kann tatsächlich den subjektiven Eindruck erwecken, dass sich Menschen um diesen Ort kümmern. Der Eindruck von Anonymität kann reduziert werden.
Außerdem eignen sich Gestaltungsprojekte besonders gut, um gemeinsam mit Bewohner*innen das eigene Wohnumfeld kollektiv zu personalisieren. Soll heißen: die Nachbarschaft als Gemeinschaft wird durch Gestaltung im Raum sichtbar und erlebbar gemacht. Das kann das subjektive Sicherheitsempfinden zusätzlich erhöhen. Es fördert auch die Identifikation der Bewohner*innen mit ihrem Wohnumfeld.
Eine bewusste, die Wohnzufriedenheit unterstützende, Farbgestaltung sollte aus meiner Sicht daher unbedingt Bestandteil eines guten Wohnbauprojekts sein. Egal ob Neubau oder Sanierung. Mit Farbe lässt sich die Zukunft mitgestalten.
In diesem Sinne: lassen Sie uns kreativ sein. Vieles im Wohnbau ist ohnehin stark normiert. Bei der Farbgestaltung sollte doch etwas mehr Spielraum möglich sein!
Herzliche Grüße,
Andrea Eggenbauer
Mehr Infos über Publicolor finden Sie hier auf deren Website.
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